KI als Werkzeug des Anwalts

Warum meine Kanzlei auf eine spezialisierte juristische KI setzt – Die Entscheidung für echte rechtliche Expertise

In meiner anwaltlichen Tätigkeit setze ich bewusst auf eine speziell für den Rechtsverkehr entwickelte Künstliche Intelligenz (Beck-Noxtua). Diese Entscheidung ist gut begründet und unterscheidet meine Kanzlei deutlich von Anwälten, die auf allgemeine KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude zurückgreifen. Der Unterschied liegt im Kern dessen, was eine KI im juristischen Umfeld leisten muss – und wo die Grenzen liegen.

Das fundamentale Problem allgemeiner KIs im Rechtsverkehr

ChatGPT, Gemini und Claude beeindrucken zwar durch ihre sprachlichen Fähigkeiten, sie sind jedoch keine juristischen Werkzeuge. Es handelt sich um sogenannte Large Language Models, die auf Wahrscheinlichkeiten basieren und die Inhalte ihrer Antworten faktisch nicht verstehen. Solche Systeme können Antworten auf komplexe rechtliche Fragen geben, ohne über tatsächliche juristische Inhalte zu verfügen. Das größte Problem sind die sogenannten „Halluzinationen“ – also trügerisch überzeugend klingende, aber völlig frei erfundene Ausführungen zur Rechtslage. Diese Anwendungen erfinden nicht nur falsche Rechtsauffassungen, sondern sogar nicht existierende Gerichtsentscheidungen und Gesetzestexte.

Für einen Anwalt ist dies unakzeptabel. Wenn eine KI ein nicht existierendes Urteil des Bundesgerichtshofs zitiert, entsteht ein immenser zeitlicher Aufwand, um diesen Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Noch bedenklicher ist, dass solche Halluzinationen für Laien oft kaum von korrekten Ausführungen zu unterscheiden sind. Die Qualität der Ergebnisse hängt zudem maßgeblich von der Formulierung der Eingabebefehle ab – ein einziger unstrukturierter Prompt lässt die KI weitgehend ratlos zurück.

Warum eine spezialisierte juristische KI anders ist

Eine speziell für die Rechtsanwendung entwickelte KI unterscheidet sich grundlegend von diesen allgemeinen Systemen. Es handelt sich um ein unabhängiges, für den deutschen Rechtsraum konzipiertes Sprachmodell, das mit den Datenbanken von beck-online trainiert worden ist. Dieser Zugriff auf eine professionelle juristische Datenbank macht den entscheidenden Unterschied. Die spezialisierte KI kann vollständige juristische Prüfungen einzelner Vertragsklauseln durchführen, ganze rechtliche Ausführungen analysieren und bewerten. Sie bildet die Kernbereiche des juristischen Arbeitens ab: von der Rechtsrecherche über die Analyse von Dokumenten bis hin zur Erstellung eigener Texte.

Besonders wertvoll ist die Fähigkeit, halluzinierte Quellenangaben zu erkennen und darauf hinzuweisen, dass zitierte Entscheidungen in den juristischen Datenbanken nicht gefunden werden können. Dies spart nicht nur Zeit, sondern schützt vor schwerwiegenden Fehlern in der anwaltlichen Arbeit. Zudem können Schriftsätze beider Parteien hochgeladen werden, um einen rechtlichen Entscheidungsvorschlag unter Berücksichtigung der wechselseitigen Ausführungen zu erstellen.

Datenschutz und Berufsgeheimnis – kein Verhandlungsthema

Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Datenschutz und die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht. Bei der spezialisierten KI werden die Informationen ausschließlich auf hochsicheren europäischen Servern verarbeitet, sodass die anwaltliche Verschwiegenheit, das Berufsgeheimnis und der Datenschutz gewahrt bleiben. Bei allgemeinen KI-Systemen wie ChatGPT ist unklar, wo und wie die Daten verarbeitet werden und ob sie für das Training der Modelle verwendet werden. Für einen Anwalt, der mit sensiblen Mandantendaten arbeitet, ist dies ein kritisches Kriterium.

Haftung und berufliche Verantwortung

Rechtsanwälte haften ohnehin selbst für ihre Arbeit und müssen den Output fachkundig beurteilen. Dennoch ist die Qualität des verwendeten Hilfsmittels entscheidend. Wer mit einem Werkzeug arbeitet, das systematisch halluziniert und keine verlässlichen Quellenangaben liefert, erhöht das Haftungsrisiko unnötig. Eine spezialisierte juristische KI hingegen liefert Ergebnisse, die auf einer fundierten Datenbasis beruhen und überprüfbar sind.

Fazit: Qualität vor Schnelligkeit

Meine Entscheidung für eine spezialisierte juristische KI ist eine Entscheidung für Qualität und Sicherheit im Rechtsverkehr. Allgemeine KIs wie ChatGPT, Gemini oder Claude mögen für allgemeine Texte geeignet sein, im juristischen Kontext liefern sie aufgrund ihrer mangelnden Spezialisierung, ihrer Halluzinationsneigung und ihrer unklaren Datenverarbeitung deutlich schlechtere Ergebnisse. Eine professionelle juristische KI hingegen ist für die Anforderungen des Rechtsverkehrs konzipiert und gibt meinem Mandanten die Sicherheit, die er von seiner Rechtsvertretung erwarten darf.

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